Schiedsrichtereinsatz bei den Euro-Mini Champs in Frankreich

Ende August fanden die Euro-Mini-Champs in Frankreich statt. Melanie Timke vom TSV Sielmingen war als Schiedsrichterin im Einsatz und berichtet darüber:

Am Donnerstag Nachmittag fuhr ich mit Jürgen und Andrea Schödel aus Südbaden nach Schiltigheim (Straßbourg). In der Halle erhielten wir unsere Unterlagen und konnten uns schon ein Bild von der Halle machen. In einem Zelt neben der Halle gab es das Abendessen.

Die Schiedsrichtereinweisung fand am Abend im Hotel statt. Die vorbereitete Präsentation war auf englisch, der Oberschiedsrichter hat aber nach Rücksprache die komplette Schiedsrichter-Einweisung auf französisch abgehalten. Wichtige Passagen wurden auf englisch wiederholt. Ich hatte ja schon ein wenig Übung vom Turnier in Luxemburg, wo ich auch schon viel französisch gesprochen habe. Ich hatte so den Eindruck, dass es diesmal mehr werden würde. Alle stellv. Oberschiedsrichter und der Einsatzleiter waren Franzosen, so war die bevorzugte Sprache dort französisch. Das Zimmer teilte ich mit einer Belgierin, die ihre Prüfung zum internationalen Schiedsrichter auch erst in diesem Jahr gemacht hat. Von der Sprache her hat es sehr gut geklappt. Sabine konnte ein wenig Deutsch und ich ein wenig französisch - so hatten wir keine Probleme.

Am Freitag zählten wir immer als Schiedsrichter eine ganze Gruppe mit vier Spielern als Block. der Schiedsrichterzettel war das Pool-Tableau. Eine Grupenphase war auf 2 Stunden 15 Minuten angesetzt. So waren also von vornherein 6 Spiele am Stück zu leiten. Wir waren immer für zwei Blöcke hintereinander eingeteilt, also 12 Spiele am Stück und viereinhalb Stunden ohne Pause... Und das bei Temperaturen von gefühlt um die 40°C in der Halle. Die Hemden der Männer waren bis auf die letzte Faser triefnass geschwitzt... So hatte ich am ersten Tag 21 Spiele gezählt (es war eine 3er Gruppe dabei).

Die ersten Einsätze am Samstag waren auch noch Gruppenspiele, dieses mal 3er Gruppen mit 1 Stunde 15 Minuten Dauer. Auch hier wieder 2 Grupen hintereinander (6 Spiele) - eine Pause, in der ich als Reserve bereit stand und dann wieder zwei Gruppen (6 Spiele), die ich dann so überzog, dass meine 45-minütige Pause auf 10 Minuten schrumpfte. Danach kamen noch insgesamt 5 einzelne Spiele in der k.o.-Phase. Zusammen also 17 Spiel am Samstag.... und immer noch Sauna in der Halle bei einer Außentemperatur um die 36°C, also auch die "frische Luft" war nicht sehr angenehm, wir haben draußen geschwitzt wie in der Halle.

Der Sonntag war dann mit 8 Spielen (2 Blöcke mit je 4 Spiele hintereinander) richtig entspannt. Die ersten beiden Spiele waren jeweils ein Viertelfinale. Das zweite Spiel hat dann wieder den Zeitplan gesprengt, so dass mein drittes Spiel von einem Kollegegen an einem anderen Tisch geleitet wurde. Jürgen Schödel und ich durften als Team dann eines der Halbfinale bestreiten. Die letzten vier planmäßigen Spiele waren dann nur noch Platzierungsspiele um die Plätze 23-26.

Die französischen Trainer konnten ich einfach nicht verstehen, wenn sie englisch gesprochen haben. Ich haben sie dann gebeten auf französisch zu sprechen, dann habe ich sie verstanden. Ich habe einige Spiele komplett auf französisch gezählt, da entweder zwei Franzosen oder eine Franzose und ein Belgier gegeneinander gespielt haben. Die Spieler waren auch ganz froh, dasss sie nicht englisch sprechen mussten.

Das Turnier war sehr gut organisiert, es gab sogar eine Autogrammstunde mit Vladimir Samsonov. Mir hat es trotz der anstrengenden Tage und der Hitze sehr viel Spaß gemacht.

Zusätzliche Informationen